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Gesellschaftsrecht

Das Gesellschaftsrecht ist in Deutschland in mehreren Gesetzen geregelt, ein zusammenfassendes „Gesellschaftsrechtsgesetz“ gibt es an sich nicht. Es besteht vielmehr aus einer Vielzahl von Normen und Regelungen in einzelnen Gesetzen. Auch die Gesellschaftsformen der europäischen Nachbarmitgliedstaaten (z.B. Limited) gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Grundsätzlich lässt sich das Gesellschaftsrecht in Personen- und Kapitalgesellschaften aufteilen:

1. Personengesellschaften

Eine Personengesellschaft ist ein Zusammenschluss von mehreren Personen zu einem gemeinsamen Unternehmen, dem zumindest ein persönlich und unbeschränkt, also auch mit seinem Privatvermögen haftender Gesellschafter, angehört. Um eine Personengesellschaft gründen zu können müssen sich mindestens zwei Personen und (bzw. oder) juristische Personen zusammenschließen und einen gemeinsamen Zweck verfolgen.

In Deutschland zählen zu den Personengesellschaften insbesondere:

a. GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
Die GbR ist die Grundform einer jeden Personengesellschaft, welche das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in den §§ 705 ff. BGB vorsieht. Zur Gründung bedarf es keiner besonderen Voraussetzungen.

b. OHG (Offene Handelsgesellschaft)
Zur OHG schließen sich mindestens zwei Gesellschafter zusammen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen und ein Handelsgewerbe zusammen unter einer Firma zu betreiben. Eine Haftungsbeschränkung der Gesellschaft besteht hingegen nicht.

c. KG (Kommanditgesellschaft)
Die KG ist eine spezielle Form der OHG. In der KG haftet mindestens ein Gesellschafter als sogenannter Komplementär persönlich und unbeschränkt.
Ein anderer Mitgesellschafter, welcher Kommanditist genannt wird, haftet hingegen nur mit seiner im Gesellschaftsvertrag bezeichneten Einlage.

d. PartG (Partnerschaftsgesellschaft)
Die PartG ist eine spezielle Gesellschaftsform für den Zusammenschluss der freien Berufe. Diese wurde durch den Gesetzgeber im Jahr 1995 neu geschaffen.
Sie steht zwischen dem Gesamthandsverhältnis der GbR und der Kapitalgesellschaft und hat eingeschränkte Rechtsfähigkeit.

e. EWIV (Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung)
Die EWIV ist eine grenzüberschreitende Gesellschaftsform, die eine Kooperation von in mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft tätigen Unternehmen für Hilfstätigkeiten ermöglicht. Der Unternehmensgegenstand ist ausschließlich auf Hilfstätigkeiten beschränkt. Ziel einer EWIV kann also nur sein, die wirtschaftliche Tätigkeit ihrer Mitglieder zu fördern und deren Ergebnisse zu verbessern. Im wesentlichen sind die Vorschriften der OHG anzuwenden, soweit sich nichts anderes aus der EWIV-VO oder dem EWIV-AG ergibt.

f. Stille Gesellschaft
Die stille Gesellschaft nimmt eine Mittelstellung zwischen Darlehen (partiarisches Darlehen) auf der einen Seite und Personengesellschaft auf der anderen Seite ein. Ein kapitalsuchender Inhaber eines Handelsgewerbes hat dadurch die Möglichkeit Kapital aufzunehmen. Die Verzinsung des Kapitals hängt vom Gewinn des Unternehmens ab. Der Inhaber des Handelsgewerbes gibt damit aber keine Mitspracherechte oder Anteile an seinem Handelsgewerbe ab. Die stille Gesellschaft ist eine Innengesellschaft und tritt nach Außen nicht in Erscheinung. Man bezeichnet diese als typisch stille Gesellschaft. Soweit dem stillen Gesellschafter vertragliche Kontroll- und Mitspracherechte eingeräumt werden, spricht man von einer atypisch stillen Gesellschaft. Die atypisch stille Gesellschaft ist der Kommanditgesellschaft angenähert.

2. Kapitalgesellschaften

Eine Kapitalgesellschaft ist ein Unternehmen, bei dem die zur Verfügungsstellung von Kapital im Vordergrund steht und eine persönliche Mitarbeit der Gesellschafter nicht erforderlich ist. Die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft haften nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern lediglich bis zur Höhe ihrer vorgegebenen Einlage und können anonym bleiben; die Geschäftsführung wird meist von angestellten Geschäftsführern übernommen. Es können aber auch die Gesellschafter selbst als Geschäftsführer in der Gesellschaft tätig werden. Eine Kapitalgesellschaft ist im Gegensatz zur Personengesellschaft eine juristische Person und damit rechtsfähig, deliktfähig und parteifähig.

Zu den Kapitalgesellschaften zählen insbesondere:

a. GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine rechtlich eigenständige juristische Person, die durch die Eintragung in das Handelsregister entsteht. Das Mindeststammkapital für eine GmbH beträgt 25.000 EURO. Davon müssen 12.500 EURO bei Gründung in die Gesellschaft einbezahlt sein. Bei einer Ein-Personen-GmbH muss für die restlichen 12.500 EURO Sicherheit (z.B. in Form einer Bankbürgschaft) geleistet werden. Die Gründung bedarf der notariellen Beurkundung.

b. UN (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt)
Dies ist eine spezielle Unterform einer GmbH. Die UN befindet sich allerdings noch in der Planung . Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Voraussichtlich kann diese Gesellschaftsform Anfang 2009 erstmals gegründet werden. Näheres zum aktuellen Verfahrensstand können Sie den Seiten des Bundesjustizministeriums entnehmen.

c. AG (Aktiengesellschaft)
Eine Aktiengesellschaft (AG) ist eine privatrechtliche Kapitalgesellschaft, bei der das Gesellschaftsvermögen durch Ausgabe von Aktien aufgebracht wird und deren Aktionäre nur in Höhe der von ihnen gezeichneten Einlage haften. Das Grundkapital einer AG muss mindestens 50.000 EURO betragen. Die Haftung der AG ist auf ihr Gesellschaftsvermögen beschränkt. An der Gründung einer AG müssen sich eine oder mehrere Personen beteiligen, die die Aktien gegen Einlagen übernehmen.

d. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien)
Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), verbindet Elemente der Aktiengesellschaft und der Kommanditgesellschaft miteinander. Bei der KGaA handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die an Stelle eines Vorstandes über persönlich haftende Gesellschafter (Komplementäre) verfügt.
Obwohl diese Gesellschaftsform Merkmale einer Personengesellschaft aufweist, ist sie trotzdem eine Kapitalgesellschaft und eine rechtsfähige juristische Person. Weiter ist sie Kaufmann im Sinn des Handelsgesetzbuches.

e. Gesellschaftsformen der Mitgliedstaaten der EG und der MOE-Länder
Aufgrund der Vielzahl der hier möglichen Gesellschaftsformen und den unterschiedlichsten Voraussetzungen verweise ich für den ersten Überblick auf die sehr gute Übersicht auf den Internetseiten des Außenwirtschaftsportal Bayern. Dort finden Sie Merkblätter mit einem Vergleich der unterschiedlichen Gesellschaftsformen in den EU-Mitgliedstaaten und den MOE-Ländern.

3. Verein und Stiftung

Der eingetragene Verein und die rechtsfähige Stiftung sind zwar eigenständige juristische Personen, jedoch keine Kapitalgesellschaften und haben insoweit einen Sonderstatus.

 

 

 

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